Eine Woche voller Design. Danke für die mcbw 2026!
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adpa

Verantwortung, die Spaß macht

Bei Studio adpa verfolgen die Gründer Dominic Ahn, Matthew Dueck und Lukas Prestele einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem Architektur und Design ineinandergreifen. Alles, was man sieht, fühlt, was man erleben und anfassen wird, fließt in ihre Konzepte ein. Seine Lösungen findet das insgesamt siebenköpfige Team durch spielerisches Experimentieren möchte allen Mut machen, über das Offensichtliche hinauszudenken.

adpa ist ein Studio für Architektur und Design, was unterscheidet euch von anderen?
 

Lukas: Unsere eigentliche Spezialisierung liegt darin, dass wir uns maximal divers aufstellen möchten. Unsere Projekte sind sehr unterschiedlich, so können 
wir uns mit immer neuen Dingen auseinandersetzen und mit einem frischen Blick an Herausforderungen herangehen. 
Dominic: Ein Alleinstellungsmerkmal ist sicher, dass wir immer versuchen, jeden Bau und jede Designaufgabe komplett zu verstehen und zu hinterfragen. Also, macht es überhaupt Sinn, das so umzusetzen, oder gibt es vielleicht andere, bessere Lösungen? Durch unsere Vielseitigkeit können wir ein sehr breites Spektrum an Blickwinkeln einbringen.  

Ihr habt alle drei nach dem Studium teils im Ausland bei renommierten Architekturbüros gearbeitet. Was habt ihr da Positives mitgenommen? Was macht ihr jetzt anders?
 

Lukas: Große Büros sind oft wie eine Maschine, in der jeder seine feste Position hat. Wir haben gemerkt, dass wir bessere Ergebnisse erzielen, wenn die Hierarchien flach und alle im Austausch sind.  
Matthew: Bei adpa ist es uns wichtig, jede Aufgabe von Anfang bis Ende zu betrachten. Wir begleiten Projekte von der ersten Skizze über die Baustelle bis hin zum fertigen Gebäude. Wir sind nicht groß, aber wir bilden das ganze Spektrum ab.  
Dominic: Nichtsdestotrotz haben wir viel gelernt, über den Umgang mit Architektur, wie man auch größere Projekte plant, strukturiert und baut und wie man  unternehmerisch denkt. 
Matthew: Wir haben auch sehr davon profitiert, dass wir in anderen Ländern gearbeitet haben, denn in jedem Land geht man anders mit Architektur oder urbanen Räumen um. Diese verschiedenen Typologien versuchen wir auch nach München zu bringen. 

Wo hat Deutschland in der Architektur noch Entwicklungsbedarf?
 

Lukas: Wie wir den Blick von außen hereinholen, lässt sich vielleicht am plakativsten bei unserem Pferdestallprojekt sehen. Hier kam die Bauherrenschaft mit einer fertigen Skizze auf einem Karoblock zu uns. Die haben wir dann erst mal zur Seite gelegt und das ganze Projekt neu gedacht. Gemeinsam haben wir neue Wege beschritten und viel ausprobiert. Der Stall, der jetzt gebaut worden ist, ist etwas völlig Neues und sorgt schon jetzt im Pferdesport für viel Aufmerksamkeit. Als Architekten verstehen wir Räume, Prozesse und Abläufe und so konnten wir gemeinsam mit den Bauern ein Konzept und eine Architektur entwickeln, die es so noch nicht gibt. Es ist eine neue Art der Pferdehaltung entstanden, aber auch ein Mehrwert für die Betreiber, die Reiter und die Dorfgemeinschaft. 

Dominic: Bei diesem Projekt war es so, wie wir das aus anderen Ländern gewohnt sind. In China, Dänemark oder der Schweiz kommen Leute in die Architekturbüros und sagen: Ich habe ein Problem, schlagt mir eine Lösung vor. In Deutschland ist man da oft etwas verkopfter, dabei liegt das Können unseres Berufsstandes ja gerade darin, der Bauherrenschaft ein breiteres Spektrum aufzumachen. 
Matthew: Nicht nur wir, sondern viele jüngere Architekten versuchen heute Dinge anders zu machen. Wir haben nicht nur kreative Ideen, sondern auch den Mut, bei den Bauherren dafür zu werben und die Verantwortung dafür zu übernehmen.

Apropos Verantwortung. In der Architektur stehen Gebäude jahrzehntelang, oft noch länger. Wie geht ihr mit dieser Verantwortung auch in puncto Nachhaltigkeit um?
 

Dominic: Gerade weil Gebäude sehr teuer sind, wird in der Architektur schon im Vorfeld sehr genau geschaut, was funktioniert und was nicht. Wir verlassen uns hier auf unseren eigenen Erfahrungsschatz und informieren uns über aktuelle Entwicklungen. 
Lukas: Und wir betreiben einen sehr hohen Aufwand, um unsere Ideen auszuprobieren, zu validieren und um zu sehen, ob sie tatsächlich den Effekt erzielen, den wir uns erhoffen. Wir bauen Modelle und arbeiten mit verschiedenen Visualisierungen etwa durch VR-Brillen, um zu sehen, ob wir auf der richtigen Spur sind. 
Matthew: Wir spielen möglichst viele Szenarien durch, denn je mehr man sich mit der Bauaufgabe beschäftigt, umso eher wird der Entwurf zukunftsfähig sein. 

Das Spielerische, das auch bei der mcbw im Vordergrund seht, wie sehr prägt das eure Arbeit?
 

Lukas: Am Ausprobieren, Rumspielen und Rausfinden haben wir einfach unfassbar viel Spaß, und unsere Architektur zeigt das. Das Play beginnt mit dem Hinterfragen, wenn wir in 28 verschiedene Richtungen gehen und dann am Ende auf eine Lösung stoßen, an die vorher noch keiner gedacht hat. 
Matthew: Wir versuchen immer, uns vorzustellen, wie wir selbst in einem Raum agieren würden, und so kommt das Spielerische bei uns in Bauaufgaben hinein. 
Dominic: So gelingt es uns auch, die Bauherren davon zu überzeugen, etwas mehr zu wagen. Einerseits weil wir sie mit 3D-Modellen und Virtual Reality schon sehr konkret abholen können, andererseits durch unserem Enthusiasmus. Gerade weil wir so viel experimentieren und ausprobieren, können wir dann zu 100 Prozent hinter unseren Lösungen stehen.

Der Beitrag zu adpa erscheint außerdem im mcbw magazine 2026.