ARRK Engineering
Digitale Innovation beginnt beim Menschen
Gute Gestaltung war lange das Privileg des Konsumgütermarkts. Spätestens seit dem ersten Apple iPhone und dem Aufstieg großer SaaS-Plattformen gilt: Design ist keine Dekoration, sondern Wettbewerbsfaktor. Doch wie steht es eigentlich um die Tools, mit denen Ingenieur:innen täglich arbeiten? Um interne Web-Apps, Konfigurationsoberflächen oder datengetriebene Analyseplattformen, die tief im Engineering-Alltag verankert sind? Für ARRK Engineering ist die Antwort eindeutig: User Experience ist kein Add-on, sie ist strategischer Hebel.
Mit über 1.500 Mitarbeitenden in acht Ländern zählt das Unternehmen zu den führenden Entwicklungspartnern der Automobil- und Mobilitätsindustrie. Im Bereich Digitale Transformation und Software verfolgt ARRK Engineering einen klaren Anspruch: Technologie beginnt nicht beim System – sondern beim Menschen. „User Experience ist die gesamte Erfahrung mit einem Produkt – vor, während und nach der Nutzung“, erklärt Julia Graefe, UX Consultant bei ARRK Engineering. Im persönlichen Gespräch rückt sie einen Aspekt in den Fokus, der oft unterschätzt wird: die antizipierte Experience. Noch bevor jemand ein Tool öffnet, existiert bereits eine Erwartungshaltung. Sie speist sich aus Vorerfahrungen, aus der Unternehmenskultur, aus persönlichen Einstellungen – etwa gegenüber Cloud-Lösungen oder KI. „Diese Erwartung beeinflusst alles, was danach kommt“, so Graefe. Am Ende steht übrigens die nachgelagerte Experience: Welchen Eindruck hinterlässt das Produkt? Würde ich es erneut nutzen – wenn ich die Wahl hätte? Gerade im Engineering-Kontext entscheidet das über Akzeptanz, Effizienz und letztlich über den Erfolg eines Projekts.
Funktional reicht nicht
„Nur weil man es schon immer so gemacht hat, heißt das nicht, dass man es weiterhin so machen sollte“, sagt Stefan Antoszkiewicz, er besitzt als Teamleiter Digitale Transformation & Innovation tiefe Einblicke in die Bedürfnisse, aber auch Angewohnheiten der Nutzer:innen. Und erzählt, dass viele Tools, die sein Team analysiert, ihren Ursprung in Excel haben. Wird diese Logik eins zu eins in eine Cloud-Anwendung übertragen, entsteht zwar eine modernisierte Oberfläche – aber kein besserer Prozess. Komplexität, Fehleranfälligkeit und kognitive Überlastung wandern schlicht mit.
Das Problem: Die Schwächen zeigen sich oft erst, wenn die Software bereits fertig entwickelt ist. Anpassungen sind dann teuer – oder kaum noch möglich.
Der Ansatz von ARRK Engineering ist deshalb konsequent nutzerzentriert: früh einbinden, Prozesse analysieren, Anforderungen hinterfragen. Nicht erst Feedback einholen, wenn alles implementiert ist – sondern den Dialog von Anfang an suchen. „Das bedeutet konkret: strukturierte Interviews, Pain-Point-Analysen, Stakeholder-Abgleich – und frühe Validierung von Entwürfen nach dem Fail-Fast-Prinzip“, erzählt Julia Graefe, sie kennt den Prozess augenscheinlich aus dem FF. „Konzepte werden nicht im stillen Kämmerlein perfektioniert, sondern gezielt getestet, iteriert und weiterentwickelt.“ Und lächelt: „Nur weil jemand einen Wunsch äußert, heißt das noch nicht, dass das auch das ist, was wirklich gebraucht wird. Unser Job ist es, den Need dahinter zu verstehen.“ UX ist damit keine ästhetische Disziplin, sondern eine methodische. Und vor allem: eine ökonomische.
Akzeptanz ist eine Designaufgabe
Beginnt ein Projekt mit der technischen Architektur oder mit der User Journey? „Beides – aber mit dem Menschen als Ausgangspunkt“, sagen Antoszkiewicz und Graefe. Die Nutzeranalyse führt häufig zu grundlegend neuen Prozessideen. Statt bestehende Strukturen lediglich zu digitalisieren, werden Abläufe neu gedacht. Ein konkretes Beispiel: Eine hochkomplexe, datenintensive Anwendung war ursprünglich wie eine umfangreiche Tabelle aufgebaut. Durch konsequente Nutzeranalyse wurde der Prozess in klare Teilschritte zerlegt. Der Nutzer sieht nur die Informationen, die im jeweiligen Moment relevant sind. Er weiß jederzeit, wo er steht.
Was hier sichtbar wird, ist ein strategischer Effekt: Wer UX früh integriert, reduziert spätere Anpassungskosten. Nachhaltigkeit entsteht nicht durch Langlebigkeit allein – sondern durch Passgenauigkeit.
Gerade im Engineering treffen neue Tools auf gewachsene Routinen. Manche Teams arbeiten seit Jahrzehnten mit denselben Tabellen und Prozessen. Jede Veränderung ist damit auch ein Eingriff in etablierte Arbeitsidentitäten. „Wir machen sehr gute Erfahrungen damit, Menschen früh einzubinden“, erklärt Graefe die Schritte. „Wenn sie merken, dass ihre Perspektive ernst genommen wird, entsteht Akzeptanz.“ Der Dialog ersetzt die Top-down-Implementierung. Das neue Tool wird nicht übergestülpt, sondern gemeinsam entwickelt. Selbstwirksamkeit wird zum integralen Bestandteil der Experience.
KI: Adaptivität statt One-size-fits-all
Mit dem Einzug künstlicher Intelligenz verschärft sich die Relevanz von UX weiter. Engineering-Tools der Zukunft werden adaptiv sein, prognostiziert Antoszkiewicz. Statt einer einheitlichen Oberfläche für alle entsteht eine personalisierte Umgebung: Konstrukteur:innen sehen vielleicht andere Inhalte als Projektmanager:innen. Beide arbeiten in derselben Applikation – aber in unterschiedlichen Interfaces. KI ermöglicht diese Differenzierung. Systeme lernen Aufgabenprofile, Nutzungsmuster und Wissensstände kennen und passen sich an. Hinzu kommt die natürlichsprachliche Interaktion: Der Nutzer formuliert sein Ziel – das System generiert die passende UI. Doch mit wachsender Autonomie der Systeme steigt auch die Verantwortung des Designs. KI agiert als Blackbox. Entscheidungen werden vorbereitet oder sogar getroffen. Vertrauen wird zur zentralen Währung. Und damit viele Fragen: Wie transparent muss ein System sein? Wie kommuniziert man Unsicherheit? Wie gestaltet man Kontrolle? Diese Fragen sind weniger technischer als zutiefst menschlicher Natur.
Transformation beginnt im eigenen Team
Digitale Transformation zu beraten bedeutet für ARRK Engineering, sie selbst zu leben. Jede Rolle verändert sich durch KI – aber auf unterschiedliche Weise. Softwareentwickler:innen erleben, wie Code zunehmend automatisiert generiert wird. Designer sehen, wie sich ihr Aufgabenportfolio verschiebt. Routinearbeiten werden reduziert, der Fokus wandert auf strategische, kreative und wertschöpfende Tätigkeiten. „KI ersetzt nicht den Menschen – sie verschiebt den Schwerpunkt“, so Antoszkiewicz. „Sie schafft Raum für das Wesentliche.“ Die Aufgabe als Beratungspartner besteht darin, diesen Wandel nicht als Bedrohung zu vermitteln, sondern als Weiterentwicklung. Obwohl international aufgestellt, ist ARRK Engineering übrigens bewusst in München verankert: Zwei Faktoren spielen eine zentrale Rolle: Kundennähe und Innovationsökosystem. Hinzu kommt die starke Forschungslandschaft. Die Technische Universität München und die Ludwig-Maximilians-Universität München bilden nicht nur Talente aus, sondern treiben Innovation aktiv voran. Für Graefe, selbst promovierende TUM-Alumna, ist klar: „Die Synergie zwischen Industrie und Forschung ist kein Nebenschauplatz – sie ist Zukunftsvoraussetzung.“ Nachwuchs ist kein weicher Faktor. Er ist strategische Ressource in einer Branche, die sich rasant verändert.
Trefft ARRK während der mcbw – und nehmt an ihrem Event teil.