BECC Agency
Viel mehr als ein Arbeitsplatz
„Was für ein tolles Thema“, ruft Sabine Kraus, als wir sie auf das diesjährige mcbw-Thema ansprechen und Metin Seyrek ergänzt: „Für uns passt das gerade wie Topf auf Deckel.“ Gemeinsam mit Katharina Kraus und Leif Geuder führen die beiden die BECC Agency. Vor etwa einem Jahr sind sie mit ihrer Marken- und Designagentur in eine alte Triebwagenhalle im Münchner Süden gezogen und erleben seither, was es bedeutet, nicht nur gedanklich, sondern auch räumlich seinen eigenen „Playground of Possibilities“ zu schaffen.
Eigentlich hatten sie sich verkleinern wollen, doch als sie bei der Bürosuche auf den Isarwinkel stießen, war klar, hier kann buchstäblich Großes entstehen. Termingerecht zur mcbw 2025 weihten die BECC-Kreativen die neuen Räume ein und wissen heute, etwas Besseres hätte ihnen nicht passieren können. Die 700 Quadratmeter große alte Triebwagenhalle, die idyllisch im Grünen unweit der Isar liegt, war eine echte Spielwiese mit vielen Möglichkeiten. Danach hatten sie zwar gar nicht gesucht, aber Metin Seyrek sagt: „Dieser Ort hat uns gezeigt, dass wir auch aus der Agentur viel mehr machen können als bisher.“
Im Isarwinkel arbeiten inzwischen nicht nur die rund 40 Mitarbeitenden der Agentur, die Räume werden auch für verschiedenste Events genutzt und können frei angemietet werden. BECC gestaltet schon seit vielen Jahren Events für Kund:innen wie Vodafone, BMW oder Personio, nun kann die Agentur ihre eigenen Räume als Veranstaltungsort nutzen und die Fläche auch für andere öffnen. Für BECC ist damit ein weiteres Standbein hinzugekommen, die Markenagentur ist nun auch Event Location. Was Sabine Kraus und Metin Seyrek aber am meisten begeistert, ist das, was dieser Raum mit ihnen, ihrem Team und allen Menschen, die in den Isarwinkel kommen, macht.
Wie ein Raum Menschen verändert
„Wir hatten schon mit der alten Agentur den Wunsch, ein offenes Haus zu sein“, sagt Metin Seyrek, „doch in einem klassischen Bürogebäude ist das natürlich etwas anderes als in diesem Gartenloft.“ Vor allem der lange Tisch und die offene Küche würden dazu einladen, zu reden, zu kochen, kreativ zu sein oder auch nicht, zu diskutieren, zu streiten und miteinander zu lachen. Durch die neuen Räumlichkeiten ist die Agentur jetzt viel mehr als ein Arbeitsplatz.
Und woran sieht man das konkret? „An der Fröhlichkeit, die man jedem anmerkt, der hereinkommt“, sagt der Gestalter. „Diese Fröhlichkeit spüren wir bei uns selbst und unseren Kund:innen. Es kommen aber auch oft Spaziergänger spontan herein und sogar der Postbote bleibt gern länger. Der Raum vermittelt ein heimeliges Gefühl und jeder fühlt sich hier willkommen, ohne dass jemand willkommen sagt.“ Dieser Wohlfühl-Effekt habe auch das Verhältnis zu den Kund:innen sehr verändert, man begegne sich jetzt viel mehr auf Augenhöhe, es sei ein stärkeres Miteinander entstanden.
Ein Umfeld, das guttut
Dass sich das Verhalten aller maximal verändert habe, bestätigt auch Sabine Kraus. „Die Menschen kommen wahnsinnig gern hierher“, sagt sie, „und sie bleiben gern. Wir essen gemeinsam mit den Kunden, manche kommen morgens für einen Termin und setzen sich dann einfach irgendwohin, um bis abends bei uns weiterzuarbeiten.“ Es sei fast wie eine Patchwork-Familie, lacht Sabine Kraus. Doch nicht nur der Umgang mit Kund:innen habe eine andere Qualität bekommen, auch mit anderen Agenturen, die am gleichen Projekt arbeiteten, habe man jetzt einen viel direkteren und freundschaftlicheren Austausch. „Es tut gut“, bestätigt Seyrek, „wenn auch wir Agenturen uns mal die Hände reichen.“
Für die BECC Agency hat der Isarwinkel auch im eigenen Team viel bewirkt. „Das Umfeld ist kreativer“, sagt Sabine Kraus, „und fördert ein viel offeneres Miteinander. Man sitzt nicht nur im Homeoffice, sondern kommt einfach gern hierher und so sind auch die Teams wieder mehr zusammengewachsen.“
Wie das Miteinander die Kreativität fördert
„Dieser Ort ist wirklich eine Spielwiese der Möglichkeiten“, meint Kraus, „und die Arbeit ist zu einem großen Teamspiel geworden.“ Ein ganz wichtiger Team Player ist die Kaffeemaschine. Zehn Jahre habe er dafür gekämpft, lacht Seyrek, jetzt mache aber gerade sie einen großen Unterschied, weil es selbstverständlich geworden sei, bei jedem der kommt, in die Gastgeberrolle zu schlüpfen. Dass die Küche offen ist, es den langen Tisch gibt, verschiedene Räume, die Tribüne und Sofas, macht einerseits mobil und lädt andererseits ein, sich zusammenzusetzen. Das tut der Kreativität sehr gut, hat man bei BECC gemerkt. Statt an einem festen Arbeitsplatz zu sitzen, bewegen sich alle mehr und tauschen sich aus. Davon profitieren vor allem die Jüngeren, die jetzt auch Dinge mitbekommen, die in anderen Gruppen passieren und so nebenbei hinzulernen. „Die Ideenfindung und der inhaltliche Austausch, der zwischen den Disziplinen stattfindet, aber auch zwischen Kunden und Mitarbeitern, ist ein ganz anderer geworden“, fasst Sabine Kraus zusammen.
Der Mut, Neues auszuprobieren
Nach Corona seien zeitweise ganze Geschäftsbereiche weggebrochen, man habe Zuhause gearbeitet und die neuen Räumlichkeiten sollten helfen, damit das Team wieder mehr zusammenwächst. Im Rückblick sieht man diese Disruption bei BECC positiv, da man so für neue Wege offener wurde. „Man darf nicht sagen, das habe ich schon immer so gemacht“, meint Sabine Kraus, „man muss sich mit dem Markt mitbewegen und ohne Angst scannen, Neues lernen und schauen, was daraus entstehen kann.“ Im Isarwinkel ist tatsächlich etwas ganz Besonderes entstanden. Wer kommt, ist gern hier und bekommt Lust, sich über das Geschäftliche hinaus mit anderen auszutauschen.
Auf die mcbw freut man sich bei BECC besonders. Mit großen Themen möchten sich die Kreativen zurückhalten, im Fokus sollen das Menschliche und das Miteinander stehen. An der mcbw schätzen Kraus und Seyrek, dass sie einen Rahmen bietet, um so viele unterschiedliche Menschen nach München zu bringen, mit dem Isarwinkel erweitert BECC das Angebot nun um eine ganz besondere kreative Spielwiese.
Der Beitrag zu BECC erscheint außerdem im mcbw magazine 2026.