Von Fragen zu Erfahrungen
Die Neue Klasse und der neue BMW iX3 sind eindrucksvolle Beispiele für diesen Wandel. Der Designprozess erzählt Heilmer, begann nicht mit einem Strich, sondern mit einer Reihe grundlegender Fragen: Was soll man hier empfinden? Wo sollte Komplexität sich auflösen? Was macht das Erlebnis in diesem Fahrzeug gleichzeitig ruhig, intuitiv und unverkennbar zu BMW? „Nehmen wir mal das BMW Panoramic Vision“, sagt er. „Es gibt einen klaren, fast philosophischen Grund, warum es genau dort sitzt, schließlich ist die Windschutzscheibe der beste und intuitivste Ort, um Informationen anzuzeigen. Und wenn man es ausschaltet, ist es nicht nur ein totes Display. Es beeinflusst den Raum, die Aufmerksamkeit das Raumgefühl – nicht als Bildschirm, sondern als Teil der Architektur.“ Was nach einer methodischen Veränderung klingt, ist also eigentlich eine veränderte der Weltanschauung, bei der es letztlich nicht darum geht, Dinge „neu aussehen zu lassen“, sondern konsequent zu definieren, wie BMW in einer neuen Realität existieren soll. Design wird damit zu einer Frage der Identität in einer Welt, in der ein Fahrzeug längst mehr ist als nur ein Produkt. „Die Erinnerung an die Marke ist wichtig“, sagt Heilmer. „Aber diese Erinnerung darf einen nicht einschränken.“ Das Gleichgewicht, das er anstrebt, ist Kontinuität ohne leere Nostalgie. „Der iX3 fühlt sich immer noch unverkennbar wie ein BMW an, auch wenn er etwas völlig Neues einführt. Es passiert weniger – aber es passiert etwas anderes. Was zählt: Er ist zu 100 Prozent ein BMW, auch wenn wir die Definition dessen erweitern, was das bedeutet.