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Mars

Zusammen ist man weniger 
allein: Wie zwei Münchner 
Initiativen die
Gemeinschaft und Zugehörigkeit stärken
 

An einem langen Tisch in Sendling schneiden Menschen Gemüse, lachen, diskutieren über Rezepte. Manche sind hier aufgewachsen, andere erst seit wenigen Jahren in Deutschland. Was sie verbindet: Für diesen Abend sind sie nicht allein. Das Projekt Über den Tellerrand kochen München e. V. wurde – wie auch der Dritte Ort FLUX im Kunstareal – von der Mars Wrigley Foundation gefördert, um der Einsamkeit im urbanen Raum entgegenzuwirken.

Zwischenmenschliche Beziehungen gehören zu einem der stärksten Schutzfaktoren gegen Einsamkeit. Doch auch in einer zunehmend digitalen und individuellen Gesellschaft braucht es Orte, an denen echte Nähe entsteht.1 Oft liegen diese Räume außerhalb der eigenen vier Wände und jenseits des Büros – in sogenannten Dritten Orten.2 Der amerikanische Soziologe Ray Oldenburg prägte diesen Begriff für Räume zwischen Zuhause und Arbeitsplatz: Cafés, Bibliotheken, Kulturzentren, Nachbarschaftstreffs. Orte ohne Konsumzwang, an denen zufällige Begegnungen möglich werden, Gespräche entstehen und Beziehungen wachsen.

Neue Begegnungsorte für München

Mit der Initiative „Zusammen.Halt“ will das internationale Familienunternehmen Mars, Incorporated, bekannt für Marken wie SNICKERS®, TWIX®, EXTRA®, M&M’S®, BE-KIND®, Ben’s Original™, CESAR® und SHEBA®, Menschen in Deutschland näher zusammenbringen, die Gemeinschaft fördern und soziale Nähe erlebbarer machen. Im Großraum München wird diese Initiative durch die Mars Wrigley Foundation gestärkt, deren weltweites Förderprogramm „Community Connection“ darauf abzielt, Gemeinschaftsräume zu unterstützen, die soziale Verbindungen stärken und gleichzeitig lokale Bedürfnisse adressieren. 

Genau hier setzen die beiden Münchner Projekte an, die von der Mars Wrigley Foundation mit insgesamt 100.000 US-Dollar gefördert werden. Sie könnten unterschiedlicher kaum sein – und zeigen gerade deshalb, wie vielfältig Gemeinschaft entstehen kann.

Kochen als soziale Praxis

Über den Tellerrand kochen München e. V. macht sich seit 2017 eine einfache Wahrheit zunutze: Essen verbindet. Der Verein bringt Menschen mit und ohne Flucht- oder Migrationserfahrung an einen Tisch. Beim gemeinsamen Kochen entstehen Gespräche auf Augenhöhe, Begegnung wird selbstverständlich, Vielfalt Teil des Alltags.

Bislang war das Team in ganz München unterwegs – mit Kochabenden, Sprachcafés und Nachbarschaftsaktionen an wechselnden Orten. Nun entsteht in München-Sendling erstmals ein fester Ort für die Community: ein Kitchen Hub mit offener Küche und großem Gemeinschaftstisch. Auf rund 100 Quadratmetern finden künftig bis zu 40 Personen Platz. Mitmachen ist kostenlos, um möglichst vielen Menschen die Teilnahme zu ermöglichen.

Über den Tellerrand München ist für uns mehr als ein Projekt. Es ist ein Ort gelebter Gemeinschaft und Ausdruck unserer Vision, eine Gesellschaft mitzugestalten, in der alle Menschen gleichwertige Mitglieder sind.

Lea Fellner, Mitgründerin und Vorstandsmitglied, Über den Tellerrand kochen München e. V.

 

Der neue Begegnungsraum soll im Frühjahr 2026 eröffnen und jährlich über 3.000 Menschen erreichen – nicht nur in Sendling, sondern im gesamten Stadtgebiet. Kooperationen mit Partnern wie Young Caritas, dem Kulturzentrum LUISE, der Volkshochschule München und dem Alten- und Service-Zentrum Westend machen den Ort zu einem Knotenpunkt für Nachbarschaft. Was hier entsteht, ist kein Integrationsprojekt im klassischen Sinn, sondern ein Raum, in dem Gemeinschaft aktiv gelebt wird – beim Schneiden, Abschmecken, und gemeinsamen Essen.

Kunst im öffentlichen Raum als Einladung

Das zweite geförderte Projekt, FLUX, spricht die Sprache von Kunst, Architektur und öffentlichem Raum. Seit dem Sommer 2025 gibt es im Außenbereich der Pinakothek der Moderne einen offenen Treffpunkt – unabhängig von Öffnungszeiten des Museums, frei zugänglich für alle. Die farbenfrohe Installation der britischen Künstlerin Morag Myerscough verbindet Kunst, Natur und Gemeinschaft zu einem Ort des Verweilens, Austauschs und Mitgestaltens für Studierende auf dem Weg in die Bibliothek, Familien mit Kindern, Anwohnerinnen aus der Maxvorstadt, Touristinnen aus dem Kunstareal. In den ersten sechs Monaten waren bereits über 60.000 Besuchende im FLUX.

FLUX ist ein offener Treffpunkt, ein Ort der Ruhe und Freiheit, generations- und kulturübergreifend. Dieser schwellenlose Zugang ist nur dank der Unterstützung unserer Partner möglich.

Dr. Markus Michalke, Vorsitzender des Stiftungsrats, Stiftung Pinakothek der Moderne

 

Dank der Förderung wird der Ort nun gezielt weiterentwickelt. Ein neues Bewässerungssystem sorgt dafür, dass die Pflanzen im Außenbereich nachhaltig mit Wasser versorgt werden. Das Grün schafft nicht nur eine einladende Atmosphäre, sondern verbessert auch das Mikroklima: Es spendet Schatten, kühlt die Umgebung und lädt dazu ein, länger zu verweilen. Ergänzend entsteht ein öffentlicher, barrierefreier Trinkbrunnen, der allen Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser bietet – unabhängig von Einkommen oder Konsum.

 

Begegnung als Gestaltungsaufgabe

Was beide Projekte verbindet: Sie verstehen Gestaltung im weitesten Sinne – als Entwurf von Räumen, Routinen und Beziehungen. Der Kitchen Hub in Sendling organisiert Nähe durch die Architektur der offenen Küche, durch die Rituale des gemeinsamen Kochens, durch bewusste Niedrigschwelligkeit. FLUX gestaltet mit Farbe, Form und Funktion einen Ort, der Menschen anzieht und ihnen erlaubt, einfach da zu sein.

Mit der Förderung solcher Begegnungsstätten schaffen wir Orte, an denen Menschen sich austauschen und Gemeinschaft erleben können. Solche Orte entstehen nur, wenn wir gemeinsam handeln. Da wir in der Region München stark verwurzelt sind, freuen wir uns sehr, dass der Community Connection Grant dazu beitragen wird, Menschen zusammenzubringen und so die Gemeinschaft dort zu stärken, wo wir leben und arbeiten.

Carsten Simon, Geschäftsführer von Mars Wrigley DACH

Die Mars Wrigley Foundation versteht ihre Unterstützung als Investition in langfristige soziale Verbindungen – nicht als kurzfristige Aktion. Räume für Gemeinschaft sind demnach auch Investitionen in den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Fußnote 1) vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), Einsamkeitsbarometer 2024
Fußnote 2)  vgl. Markiewicz, Ewa: Third Places in the Era of Virtual Communities (2019), sowie Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung & Körber-Stiftung: Dritte Orte. Begegnungsräume in der altersfreundlichen Stadt (2023), die beide zeigen, dass informelle Begegnungsorte („Dritte Orte“) in einer zunehmend digitalen Gesellschaft entscheidend für soziale Nähe und Gemeinsinn sind.


Bildunterschrift 1) Über den Tellerrand kochen München e. V. möchte mit seinem neuen Begegnungsraum jährlich über 3.000 Menschen erreichen.
Bildunterschrift 2) Am FLUX kommt man schon allein ob der strahlenden Farben im Kunstareal nicht vorbei. © Marcus Kämpf
Bildunterschrift 3) Über den Tellerrand kochen München e.V. bringt Menschen mit und ohne Migrationserfahrung zusammen. © Über den Tellerrand kochen e.V. & Mars GmbH
Bildunterschrift 4) Das FLUX ist von Dienstag bis Sonntag frei zugänglich und für alle geöffnet. © Maurice Luebeck

Der Beitrag zu Mars erscheint außerdem im mcbw magazine 2026.