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München Referat Stadtplanung und Bauordnung

Die ideale Stadt der Zukunft ist smart, grün und sozial gerecht

Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung kümmert sich in München um eine ganze Reihe von Aufgaben – vom Wohnen über Grünflächen bis hin zu Baugenehmigungen und Denkmalschutz. Unter der Leitung von Stadtbaurätin Elisabeth Merk versucht das 900-köpfige Team die Stadt zu einem lebenswerten Ort zu machen, der zukunftsfähig ist und für verschiedene Interessen und Nutzungen offen. 

Frau Merk, bei der mcbw steht das Thema Kreativität im Mittelpunkt. Welche Rolle spielt die Kreativität in der Stadtplanung? 

Die Entwicklung einer zukunftsfähigen, lebenswerten Stadt ist in meinen Augen eine der größten Kreativleistungen überhaupt. Da ist zunächst die Architektur in ihren unterschiedlichen Ausdrucksformen. Stadtplanung und Baukultur generell geht aber weit über die Gestaltung von Gebäuden hinaus. Baukultur trägt nicht zuletzt dazu bei, dass unsere Stadt ihre ganz eigene einzigartige und unverwechselbare Identität behält. Die ideale Stadt der Zukunft ist für mich smart, grün und sozial gerecht. Eine Stadt im Gleichgewicht mit dem Menschen im Mittelpunkt. In Zeiten von Bauwende, Klimawandel und Digitalisierung sind hier neue kreative Lösungen gefragt. Und, ein Qualitätsbewusstsein auf Seiten derer, die an der Entwicklung der Stadt mitwirken. 

Ihre Arbeit betrifft viele Menschen direkt. Wie schafft man es, die Bürger:innen aktiv in die Entwicklung unserer Stadt einzubeziehen? 

Dieses Thema ist mir besonders wichtig. Wer soll die Stadt gestalten, wem soll die Stadt gehören, wenn nicht den Menschen, die sie beleben? Stadtentwicklung ist ein demokratischer Prozess. Eine Teilhabe auf Augenhöhe zu ermöglichen, bringt Qualität in die Stadt. Wir schaffen immer wieder Angebote, um sich mit Planung mal intensiv, mal spielerisch auseinander zu setzen. Neue innovative Formate wie die Ideenwerkstatt zum Münchner Norden, die Ende 2024 stattfand, sind Teil eines offenen und kreativen Planungsprozesses. Ich zitiere in diesem Zusammenhang gerne den Designer Otl Aicher, der gesagt hat: „Es gibt eine Ästhetik des Gebrauchs.“ Das heißt: Wir müssen Lebensräume entwickeln, die alltagstauglich und gleichzeitig ansprechend sind. Für dieses Ziel ist eine Einbeziehung der Bürger:innen unerlässlich. 

Beispiele hierfür sind vielfältige Formate wie die Jahresausstellung, Online-Dialoge oder der Münchener Schüler:innenwettbewerb, die erlauben, sich mit Planung mal intensiv und spielerisch auseinanderzusetzen. Der Bürger:innenrat zur Stadtentwicklung ließ 100 zufällig geloste Münchner:innen 2024 in mehreren Sitzungen zur künftigen Entwicklung Münchens zu Wort kommen. Mehr als 100 Münchner:innen haben sich 2021 im Rahmen eines Bürger:innengutachtens intensiv mit den Planungen für das PaketPost-Areal auseinandergesetzt und die Ergebnisse an die Stadt übergeben. Durch all diese Beteiligungsformate entsteht ein demokratischer Prozess, bei dem alle an der Zukunft unserer Stadt mitwirken können. Planungskultur ist Beteiligungskultur. 

Gibt es auch spielerische Aspekte in Ihrer Arbeit, Freiräume, in denen man Ideen freien Lauf lassen kann?

Ein wunderbares Spielfeld für innovative und exzellente Ideen der Stadtentwicklung ist die Internationale Bauausstellung Metropolregion München, kurz IBA-M, die 2024 an den Start gegangen ist. Ihr Thema ist „Räume der Mobilität“. Mobilität muss heute anders gedacht und die Region ganzheitlich entwickelt werden. Mit der IBA-M wird die Metropolregion München zehn Jahre lang zu einem kreativen Experimentierfeld für die Gestaltung von Lebensräumen der Zukunft, um innovative und visionäre Ideen mutig anzupacken und voranzubringen. 

Auch in unserer täglichen Arbeit, die natürlich stark von Regularien und Gesetzen bestimmt ist, schaffen wir uns spielerische Freiräume. Das ist extrem wichtig, schließlich arbeiten wir an zukünftigen Möglichkeiten für München, da sind Denkverbote fehl am Platz. Ein gutes Tool ist dabei der so genannte „Digitale Zwilling“, ein virtuelles Abbild unserer Stadt, in dem wir verschiedene Szenarien durchspielen können. In der Simulation können wir komplexe Fragestellungen der Stadtentwicklung beantworten und bessere Entscheidungen ermöglichen. Zum Beispiel wie lassen sich heiße Plätze in der Stadt am effektivsten kühlen oder wie viele Kitaplätze fehlen im Stadtteil.

Trefft das Referat für Stadtplanung und Bauordnung während der mcbw – und besucht ihre Events.