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Shaping futures by Design

MCBW 2021: Eindrücke und Highlights
Rückblick

10 Jahre MCBW – was für ein Jubiläumsjahr für die Munich Creative Business Week (MCBW). Seit 2012 wird die lange Woche des Designs jährlich im März von bayern design – dem Kompetenzzentrum für Gestaltung des Freistaates Bayern – veranstaltet und gibt Begegnungen, Events und Gesprächen rund um das Thema Design eine Plattform. Dieses Jahr hat die MCBW aufgrund der Corona-Pandemie einen Transformationsprozess durchlaufen und fand vom 6. bis 14. März vorwiegend digital sowie hybrid statt. Neun Tage lang hat die MCBW als virtuelle lange Woche des Designs mit einem neu geschaffenen digitalen „Raum“ nicht nur geografische und zeitliche Barrieren aufgebrochen, sondern auch komplett neue Formate auf den Weg gebracht:Podiumsdiskussionen, Designkonferenzen, Fachgespräche, virtuelle Ausstellungen, Workshops, Online Awards und Designfilme – mit unzähligen kreativen Ideen, Ansätzen und Formaten entstand am Ende eine lebendige, einzigartige MCBW. Das Ergebnis: 82 Programmpartner, 123 digitale und hybride Events, 35.000 Besucher*innen (größtenteils virtuelle). Damit gilt die MCBW als beispielhafter Leuchtturm in der Corona-Pandemie und zeigt einmal mehr die Bedeutung und Strahlkraft der Kreativ- und Kulturwirtschaft auf.

PROMINENTER AUFTAKTShaping futures by Design – so hieß das diesjährige Schwerpunktthema der MCBW. „Kommt die Zukunft auf uns zu, oder bewegen wir uns in sie hinein?“, fragte der deutsche Zukunftsforscher Matthias Horx provokant in seiner Keynote zum digitalen MCBW Empfang, der von Lisa Braun, Leiterin der MCBW, moderiert wurde. Mit Leidenschaft erklärte Horx den blinden Glauben an die Industriegesellschaft als endgültig überholt: Die Designer*innen der Zukunft müssten sich vielmehr mit der Natur verbünden, Energie und Materie verknüpfen. Die Krise sei keine Zeit, um den Kopf in den Sand zu stecken, sondern vielmehr eine Möglichkeit, Potenziale zu schöpfen. Hubert Aiwanger, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, war ebenfalls digital zugeschaltet und bezeichnete die MCBW als einen ganz besonders wichtigen Lichtblick für die Kultur- und Kreativwirtschaft. „Der rege Zuspruch für die vielen digitalen Formate stimmt mich optimistisch für die Zukunft. Insbesondere die große Bandbreite der Themen zeigt, wie wichtig die Branche für die Bewältigung der vielen aktuellen Herausforderungen ist.“ Ein Teaser des digitalen MCBW Empfang 2021 ist auf Youtube zu finden.

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NEUE IMPULSE AUS DER START UP WELT

Fand die MCBW START UP Ausstellung im vergangenen Jahr noch am Flughafen statt, wurde die Ausstellung dieses Jahr kurzerhand in einen virtuellen Raum verlegt: Ein Klick und der Besucher befand sich inmitten einer START UP Landschaft mit bayerischen Innovationen aus den Bereichen Mode, Architektur, Kosmetik, Interior und mehr. An den zahlreichen Stationen fanden sich Bilder, Hintergrundinfos und Interviews mit Gründern von Marken wie AMBILETICS, Caala und Sause. Je nach Interesse konnte der virtuelle Besucher bei den Stationen in die Tiefe gehen oder zum nächsten Aussteller switchen. Die Videos aus der Ausstellung sind auch auf YouTube zu finden.

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SYMBIOSE VON KUNST UND WISSENSCHAFT

Wie beeinflusst Technologie Design und Kunst? Dies beantworteten BMW Design und teamLab - das vor allem für seine fantastischen, interaktiven und bildgewaltigen Ausstellungen und Shows weltweit bekannt wurde - in einem Livestream. Das interdisziplinäre Team verbindet Kunst und Wissensvermittlung in einer spielerischen Art und Weise und stellt damit das Erlebnis der Besucher*innen in den Vordergrund. Auch im Designdepartment bei BMW bekommt das Erlebnis, die so gern genannte User-Experience, einen immer höheren Stellenwert, denn wenn das Endprodukt perfekt ausgereift ist, kann die Beziehung zum Kunden nur über intensive Gefühle gefestigt werden. Das Gespräch mit Takashi Kudo und Domagoj Dukec ist auf dem Youtube Kanal der BMW Welt weiter verfügbar.

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KINO ZUHAUSE

„Ein Garten ist nicht Dekoration, sondern Prozess“, sagte Piet Oudolf einmal in einem Interview. Dieses Credo wurde auch in dem Film: „Five Seasons: The Gardens of Piet Oudolf” deutlich, den das junge Architekten-Netzwerk NXT A auf der MCBW präsentierte. Man konnte den renommierten Gartendesigner Oudolf in seiner Arbeitsweise kennenlernen und Gärten mit wildem Charakter, bestückt mit Stauden und Gräsern, bestaunen. Besonders die Struktur von abgestorbenen Blütenständen ist etwas, das Oudolf in Entzücken versetzt – und uns damit den Blick für die hiesige, momentan noch winterliche Natur schärft. Das MCBW DESIGNKINO bot dieses Jahr alle Design-Filme als 24-Stunden-Livestreamings an.

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BILDUNG DER ZUKUNFT

Sollte gute Bildung ästhetisch sein und unterhalten? Ja, sagten die Gestalterin Patrizia Widritzki, der Informationsdesigner Ole Häntzschel und die Kuratorin Silke Zimmermann. Im Talk der Nemetschek Stiftung während der MCBW berichteten die drei über ihre Zusammenarbeit zur Ausstellung „#neuland: ich, wir und die Digitalisierung“, aktuell für das Museum für Kommunikation in Nürnberg. Partizipative Formate seien im Digitalen leicht umzusetzen und gerade junge Menschen könnten auf dem Weg gut erreicht, vernetzt und mobilisiert werden. Zudem ging es im Talk darum, dass Inhalte besser vermittelt werden würden, wenn sie aktiv aufgenommen werden – das ginge zum einen am besten durch Design, welches ein positives Gefühl auslöst und zum anderen durch eine anschauliche grafische Umsetzung, beispielsweise einer komplexen Statistik.

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STEP BY STEP ZUM DESIGNPRODUKT

Der Industriedesigner Stefan Spoerl hätte an der MCBW mit seinem Büro Four Plus Design gerne mit einer Vor-Ort-Ausstellung rund um das Thema Stuhldesign teilgenommen – nun ja, so reagierte der Designer auf die Bestimmungen des Freistaats spontan mit einer Instagram-Veranstaltung. Jeden Tag der langen Woche des Designs stellte Stefan Spoerl dort per Video ein neues Kapitel seiner Herangehensweise vor und zeigte sehr anschaulich die Arbeitsschritte Ideenfindung, Prototyping, Anpassung und Umsetzung von Entwürfen. Und einen echten Mehrwert erfuhren seine Videos dadurch, dass er ganz authentisch auch von seinen Erlebnissen mit Rückschlägen und Konstruktionsfehlern berichtete. Die Videos können auf Youtube weiterhin angesehen werden.  #LearningFromOthers #LegoBrickMethod

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WHAT WOULD YOU CHANGE?

Die einzigartige interaktive Installation TIME MATTERS während der MCBW hat Künstler Jan Kuck zusammen mit Kollege Miro Craemer realisiert. Vergangenes Jahr bereicherte er die lange Woche des Designs bereits mit der spektakulären Lichtinstallation “Burning River”. In diesem Jahr beschäftigte sich das Lichtkunstwerk mit der Zukunft. Wenn es dunkel wurde, bei Sonnenuntergang, fragte eine große Leinwand inmitten des Sees im Westpark die Passanten “Was würdest Du ändern?”. Dazwischen war auf einem Splitscreen die Tanzperformance von Miro Craemer zu sehen. Den Sound dazu konnte der Zuschauer mittels eines QR Codes auf das Smartphone bekommen. Ergänzt wurde die Installation durch vereinzelte im See platzierte Neonschriftzüge. Die Antworten auf „What would you change?“ reichten von lustig oder banal zu tiefgründig und nachdenklich. Beteiligen konnte sich jeder - über die Website timematters.art oder die App von "MyArtWalk".

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LOSGELÖST

Ein – im wahrsten Sinne des Wortes – Highlight der diesjährigen langen Designwoche bildete eine Videoinstallation, die täglich während der MCBW abends von 18.00 bis 22.00 Uhr an der Fassade der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) leuchtete. Die Projektion namens DIS CONNECTED zeigte schwebende, schwarz-weiß gekleidete Idealwesen, die für den Gegensatz, aber auch für den Ausgleich in einem künstlich erzeugten Raum stehen. Die beiden Animationsdesigner Niklas Hofer von Uber Eck und Bastian Bormke von MOTOMOTO machten mit der Installation auf ein neues Miteinander aufmerksam, das durch die Corona-Pandemie noch einmal beschleunigt wurde. Denn die Digitalisierung hat Auswirkungen auf unser „gelerntes“ soziales Verhalten – wir kommunizieren in einer anderen Form, das Wort „Raum“ hat eine andere Bedeutung. Ein kurzer Einblick in die Videoinstallation ist auf Youtube zu finden.

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EIN STADTRUNDGANG DER BESONDEREN ART

Als komplett neues Format lud der DESIGNWALK in diesem Jahr zum informativen Spaziergang rund um die HFF durch die Maxvorstadt ein. In elf Stationen wurde das Augenmerk auf Ausstellungsstücke, Designshops, Erscheinungsbilder, Museumskonzepte, Möbeldesign und Typografie gelenkt. Mit Smartphone und Kopfhörern ausgestattet, konnten die Besucher*innen autonom die Strecke ablaufen und sich vor den gekennzeichneten Schaufenstern über einen QR-Code per Audiodatei ein Interview mit der/m betreffenden Designer*in anhören. Eine Station war der MCBW POP UP, ein Schau-Container, der in diesem Jahr vom Kooperationspartner design austria bespielt wurde und eine sehr sehenswerte Sammlung an 50er Jahre-Werbeplakaten aus alten Straßenbahnen zeigte. Eine weitere Station war unter anderem die Ausstellung oursuperstore, die sich in einem kleinen analogen Schaufenster an der HFF sowie im Oskar von Miller Forum zeigte, sowie die abendliche Videoinstallation DIS CONNECTED.

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SAVE THE DATE: Die nächste MCBW wird vom 5.3. bis 13.3.2022 stattfinden.