Zukunft der Städte

Zukunft der Städte

Urban, mobil und lebenswert

Nach Studien der Vereinten Nationen werden 2050 etwa 70 Prozent der Weltbevölkerung in Ballungsräumen leben. Es wird eng. Laut. Stickig. Aggressiv. Unbezahlbar. Einsam. Die Herausforderungen sind enorm. Doch immer mehr Gestalter nehmen sie an, entwickeln mit dem Blick auf Mensch und Umwelt innovative Lösungen für Städte und die Mobilität von morgen, treiben die Elektromotorisierung voran, denken über Drohnen-Lieferdienste nach, setzen auf Carsharing-Lösungen, schaffen Raum und Projekte zur gesellschaftlichen Teilhabe. Sie entwickeln gesundheitsfördernde Architektur und pflanzen vertikale Gärten. Warum nicht Flachdächer in Schrebergärten verwandeln? Auf Brachen, Mauern oder vernachlässigten Grünstreifen werden Blumen gesät und Radieschen geerntet. In Nachbarschafts-, Integrations- oder Kindergärten wird Gemeinschaft erlebbar und Natur in der Stadt wieder erfahrbar – mit allen guten Folgen.

»Städte waren und sind Hoffnungs- und Sehnsuchtsorte«, hieß es dazu schon bei der MCBW-Podiumsdiskussion »Stadt 4.0« vor zwei Jahren. »Hier gibt es Kunst, Kultur, hier gibt es die großen Theater und Galerien und die subkulturellen Abenteuer. Es gibt die schicken Boutiquen, Bars und Restaurants, die Start-ups und Agenturen. Und hier gibt es Arbeit. Städte sind Orte der Umwälzung, des Neuen und des Versprechens von Prosperität.«

Die Kehrseiten sind hinreichend bekannt: Verkehrskollaps und Luftverschmutzung, Wohnungsnot und kulturelle Differenzen, Arm und Reich. Wo findet Diversität sicheren Raum in der Stadt? Die Meinungsvielfalt? Der Austausch? Prof. Dr. med. Mazda Adli weist auf weitere Folgen des Stadtlebens hin. So ist das Schizophrenie-Risiko bei Städtern etwa doppelt so hoch wie bei Landbewohnern. Das Risiko an Angststörungen zu erkranken, ist in der Stadt um 21% höher als auf dem Land. Als Ursache führt er »Social Stress« an: zu viele Menschen auf zu knappem Raum, die kaum Verbindung zu einander haben. Das Moriyama House in Tokio zeigt eine Alternative. Es bietet Bewohner*innen eine große Vielfalt unterschiedlich nutzbarer Räume: Gemeinschaftsräume, Begegnungsräume und den eigenen Raum zum Rückzug ins ganz Private. Braucht ein*e Bewohner*in eine Küche für ein gemeinsames Abendessen mit Freund*innen, bucht man sie einfach temporär dazu.

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