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DER WISSENS-KATALYSATOR

Mit Design Wissenschaft anschaulich machen. Das zeigt die weltweit vernetzte Fraunhofer-Gesellschaft.

In Zeiten von Krisen, Fake News und alternativen Fakten kommt Wissenschaft eine besondere Rolle zu. Ihre Expertise hilft Politiker:innen, Disruption nicht aus dem Bauch, sondern objektiv zu beurteilen und dann Entscheidungen zu treffen. „Wir sind den Fakten verpflichtet“, sagt Welf Zöller, Bereichsleiter Dialogkommunikation der Fraunhofer-Gesellschaft. „Diese gilt es verständlich aufzubereiten. Wir sind hier schon auf einem guten Weg, wollen unsere Ergebnisse und Erkenntnisse aber in Zukunft noch besser kommunizieren.“ Deshalb macht die gemeinnützige Fraunhofer-Gesellschaft Abstraktes anschaulich: zum Beispiel durch interaktive Workshops, Podiumsdiskussionen oder eine Ausstellung von Prototypen und Visionen aus dem Fraunhofer-Netzwerk „Wissenschaft, Kunst und Design“.

Dessen Sprecher Professor Jens Krzywinski sieht viele „positive Reibungselemente“ zwischen dem großen Wissenschaftsraum, der noch interdisziplinärer werden muss, und dem, was Design mitbringt:

„Das ist eine sehr fruchtbare Beziehung.“

 

Design helfe beim Wissenstransfer in die Gesellschaft. Kunst, Design und Wissenschaft ergänzen einander, auch wenn sie auf den ersten Blick sehr verschieden wirken. Der Industriedesigner und promovierte Diplom-Ingenieur möchte Wissenschaft anders erzählen als bisher: niedrigschwelliger. Und so Menschen für die kreative Gestaltung ihrer Welt begeistern. Doch wie soll das gehen? Ist es nur eine Frage der richtigen Formate? Jens Krzywinski sieht auch hier eine Disruption: „Wir müssen uns vielleicht daran gewöhnen, mehrere Perspektiven zugleich zu vermitteln.“ Schließlich ist es nicht die Technologie als solche, die unsere Probleme löst, sondern ihre verantwortungsvolle und spezifische Anwendung zum Nutzen unserer Gesellschaft. Design kann hier als Katalysator und Brückenbauer wirken.

Weltweit führend in anwendungsorientierter Forschung.

Designexperte Krzywinski und Kommunikationsexperte Zöller arbeiten an neuen Formaten, wie sich auch komplexe Fragen und schwierige wissenschaftliche Positionen der breiten Öffentlichkeit vermitteln lassen. Offenbar mit Erfolg. Zum Fraunhofer „Technology Roof“ während der European Championships 2022 kamen an fünf Tagen 11.250 Besucher:innen. Technologie betrifft schließlich alle. Die heutige Wissensgesellschaft ist abhängig von Wissenschaft und Forschung. Ihre Technik sorgt dafür, dass Handynetze laufen und Solarzellen Strom produzieren.

„Er findergeist ist der bedeutendste Rohstoff unseres Landes“, lautet eine Maxime der Fraunhofer-Gesellschaft.
„Er macht effizienten und nachhaltigen Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Wirtschaft erst möglich.“

Umso mehr in einer Welt voller Umbrüche – von Corona über KI zu Cybersicherheit und bildgebenden Verfahren der Medizin. Mit ihrem Fokus auf Schlüsseltechnologien ist die Fraunhofer Gesellschaft selbst ein Treiber der Veränderung. Sie macht Dis - ruption produktiv. Die Fraunho - fer-Gesellschaft ein großer internationaler Wissensgenerator. Mit 76 Instituten und Forschungseinrichtungen sowie 30.000 Mitarbeiter:innen erwirtschaftet sie ein jährliches Forschungsvolumen von fast 2,9 Milliarden Euro. Rund 70 Prozent davon stammen aus dem Bereich der Vertragsforschung, also aus Aufträgen der Industrie sowie aus öffentlich finanzierten Projekten. Da Fraunhofer gemeinnützig arbeitet, werden Überschüsse direkt wieder zur Förderung der Wissenschaft eingesetzt.

Auf der Münchner mcbw ist die Fraunhofer-Gesellschaft mit einem eigenen Showroom und Reallabor vertreten.

„Wir haben schließlich den Anspruch, mit unserer Arbeit nicht nur die Wissenschaft voranzubringen“, sagt Welf Zöller, „sondern einen Beitrag für die Gesellschaft im Wandel zu leisten.“

Er hofft nicht nur auf neue Kontakte innerhalb der Design-Community, er möchte unter anderem mit mehr künstlerischen Interventionen Men - schen begeistern und mittels wachsender Designkompetenz innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft den Nutzen der Wissenschaft vermitteln. Das könnten beispielsweise Dämmstoffe aus Pilzen sein, ebenso innovative wie nachhaltige Baustoffe. Oder Hochleistungssolarzellen. Oder Quantencomputing. Oder völlig neue Netzwerke. Oder Musikstreaming, denn auch der MP3- Code wurde bei Fraunhofer entwickelt. Auch für Jens Krzywinski gibt es eine Antwort auf die Herausforderungen der Transformation: mehr Vernetzung und Austausch zwischen Künstler:innen, Designer:innen, Forscher:innen und der Gesellschaft. Interdisziplinäre Forschungscluster bieten einen Vorgeschmack auf unsere Zukunft, in der vielfältige Teams die Regel werden.

Das Interview mit Jens Krzywinski erschien erstmals im mcbw mag 2023.