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3 FRAGEN AN
– FLORIAN BAILEY & WLADISLAW SOKOLOWSKIJ

GESCHÄFTSFÜHRER & GESCHÄFTSFÜHRER KREATION BEI LATENT

Müssen wir „Natur“ neu definieren?

Ja, wir stehen an einem Wendepunkt, an dem wir nicht nur Natur, sondern auch Konzepte wie Menschlichkeit und Intelligenz neu definieren müssen. Die Frage nach der Natur stellt sich in vielen Bereichen neu. Allerdings geht es weniger um die Definition selbst, sondern vielmehr um die kontinuierliche Auseinandersetzung mit den Aspekten der Natur. In einer Welt (un)begrenzter Möglichkeiten ist es entscheidend, unsere Beziehung zu allem immer wieder neu zu bewerten und zu definieren.

 

Was müssen wir verändern, wenn wir mit der Natur zusammenarbeiten wollen?

Um mit der Natur zusammenzuarbeiten, müssen wir lernen, uns selbst Grenzen zu setzen beziehungsweise zu akzeptieren. Bei der Entwicklung und Gestaltung des Restaurants „etz“ mit Felix Schneider war die Beschränkung auf selbst gesetzte Regeln – nachhaltig, regional und saisonal – der Anker. Limitierung zwingt jedes Team, egal ob im Design oder in der Küche, intensiver mit der Natur zu interagieren und ihre Rhythmen und Ressourcen besser zu verstehen. Es ist ein Prozess des Umdenkens: Die Limitierung eröffnet neue Perspektiven.

 

Es ist ein Prozess des Umdenkens: Die Limitierung eröffnet neue Perspektiven.

 

Und worin liegt die Herausforderung, zusammen mit der Natur zu entwickeln?

Sich auf die Beschränkung wirklich einzulassen und nicht zu versuchen, sie irgendwie zu umgehen, denn durch sie ändert sich unsere Sichtweise grundlegend, und das Neue erhält eine Chance. In einer Welt, in der Unbegrenztheit oft zu Gleichförmigkeit führt, kann die bewusste Limitierung eine Quelle der Innovation sein. Diese Herangehensweise ist besonders im KI-Zeitalter von Bedeutung, da sie uns hilft, Einzigartigkeit zu bewahren und Austauschbarkeit zu vermeiden.